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climate change survey

12. Juli 2026 · Elena Schmidt

Klimawandel und die Einstellungen der Bevölkerung.

Der Klimawandel ist längst kein abstraktes Zukunftsszenario mehr, sondern ein Thema, das die Menschen in Deutschland täglich beschäftigt. Umfragen unseres Instituts aus den letzten Monaten belegen, dass die Sorge um die Erderwärmung in weiten Teilen der Bevölkerung tief verankert ist. Viele Bürgerinnen und Bürger sehen die Folgen bereits in ihrem eigenen Umfeld, sei es durch häufigere Hitzewellen oder veränderte Niederschlagsmuster.

climate protest march

Aktuelle Umfrageergebnisse im Überblick

In einer repräsentativen Studie mit über 2500 Teilnehmenden gaben 68 Prozent an, dass sie den Klimawandel als eine der größten Herausforderungen unserer Zeit betrachten. Besonders auffällig ist der Unterschied zwischen den Altersgruppen. Während bei den 18- bis 29-Jährigen fast 82 Prozent eine hohe Dringlichkeit sehen, sinkt dieser Wert bei den über 65-Jährigen auf 51 Prozent. Dennoch bleibt die Zustimmung zu politischen Maßnahmen über alle Gruppen hinweg stabil hoch.

Regionale Unterschiede

Interessanterweise zeigen sich auch klare regionale Variationen. In städtischen Gebieten wie Berlin oder Hamburg ist die Bereitschaft, persönliche Einschränkungen in Kauf zu nehmen, deutlich größer als in ländlichen Regionen. Hier spielen oft wirtschaftliche Sorgen eine größere Rolle, etwa in der Landwirtschaft oder im verarbeitenden Gewerbe.

Die Menschen wollen konkrete Lösungen, keine weiteren Debatten ohne Ergebnisse, sagt eine 42-jährige Teilnehmerin aus Sachsen.

Unsere Forscher haben zudem untersucht, welche Maßnahmen am meisten Rückhalt finden. Die Förderung erneuerbarer Energien wird von 79 Prozent befürwortet, gefolgt von strengeren Vorgaben für die Industrie mit 71 Prozent. Weniger Zustimmung gibt es hingegen für höhere Steuern auf Flugreisen oder Fleischprodukte.

wind turbines landscape

Veränderungen im Zeitverlauf

Vergleicht man die aktuellen Daten mit Erhebungen aus dem Vorjahr, zeigt sich ein leichter Rückgang bei der persönlichen Betroffenheit. Das liegt möglicherweise an anderen drängenden Themen wie der wirtschaftlichen Lage. Dennoch bleibt die grundsätzliche Unterstützung für Klimaschutz konstant. Besonders junge Menschen engagieren sich weiterhin stark in Initiativen und fordern mehr von der Politik.

Einfluss von Medien und Bildung

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Zugang zu Informationen. Personen mit höherem Bildungsabschluss zeigen in der Regel eine differenziertere Sichtweise und sind offener für komplexe Lösungsansätze. Medienberichte spielen hier eine entscheidende Rolle, da sie oft das erste Bindeglied zwischen Wissenschaft und Alltag bilden.

Unsere Analysen deuten darauf hin, dass gezielte Informationskampagnen die Akzeptanz für notwendige Veränderungen weiter steigern könnten. Gleichzeitig warnen wir davor, die Bevölkerung mit zu vielen negativen Szenarien zu konfrontieren, da dies zu Resignation führen kann.

person reading newspaper

Ausblick und Empfehlungen

Für die kommenden Jahre empfehlen wir, stärker auf partizipative Formate zu setzen. Bürgerforen und Dialogveranstaltungen haben in Pilotprojekten bereits gezeigt, dass sie Vertrauen schaffen. Die Bevölkerung möchte mitgenommen werden, statt nur Vorgaben zu erhalten. Mit solchen Ansätzen lässt sich die breite Unterstützung für Klimaschutz langfristig sichern und ausbauen.

group discussion meeting